Klimaschutz

In Kürze

Der Klimaschutz wird eine der herausfordernsten Aufgaben des 21. Jahrhunderts für die gesamte Menschheit. Die globale Mitteltemperatur erwärmte sich seit Beginn des letzten Jahrhunderts um mehr als 0,8 °C. Die Folgen des Klimawandels sind schon heute auf allen Kontinenten zu beobachten.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, einigten sich im Dezember 2015 alle UN-Mitgliedsstaaten auf die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf 2 °C, wenn möglich auf 1,5 °C. Um dieses Ziel zu erreichen sind Anstrengungen auf nationaler Ebene, auf Landesebene aber auch in den einzelnen Kommunen erforderlich.

Leitbild Energie und Klimaschutz

Im Prozess der Lokalen Agenda 21 haben sich bereits Anfang 2000 engagierte Bürger an „Runden Tischen“ zusammengefunden und ein Leitbild für eine zukunftsfähige Entwicklung in der Stadt Jena entwickelt. Es enthielt grundlegende Aussagen und Ziele zu den Bereichen Energie und Klimaschutz, Wirtschaft und Arbeit, zukunftsfähige Mobilität, nachhaltige Nutzung des Naturraumes, miteinander Leben und Wohnen sowie zur Umweltbildung.

Der Beirat Lokale Agenda 21, der im Jahr 2004 gegründet wurde, hat zusammen mit der Stadtverwaltung und anderen Akteuren daraus das Leitbild „Energie und Klimaschutz“ entwickelt und mit konkreten Zielen untersetzt. Es wurde zusammen mit dem Energiekonzept am 11.07.2007 vom Stadtrat beschlossen. Jährlich werden diese Ziele in einem Monitoring überprüft.

Leitbild für den Zeitraum 2007 – 2012

In diesem Zeitraum wurden absolute Zielvorgaben zur Senkung des Strom- und Wärmeenergieverbrauchs in Haushalten, Gewerbe und Stadtverwaltung, zur Senkung des Endenergiebedarfs im Individualverkehr und die Unterstützung von Vorhaben zur Nutzung regenerativer Energien bzw. der Wärme-Kraft-Kopplung festgelegt.

Leitbild für den Zeitraum 2014 – 2020

Die 2007 beschlossenen Ziele wurden mit geringen Modifikationen für die nächsten sechs Jahre fortgeschrieben. So werden nun die Einwohnerzahl und die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze beim Strom- und Wärmeenergiebedarf berücksichtigt, konkrete Vorgaben für die Stromproduktion der Stadtwerke aus erneuerbaren Energien und die Verwertung des Bioabfalls vorgeschrieben.

Monitoring

Sowohl das Leitbild Energie und Klimaschutz als auch das Energiekonzept werden nach dem Stadtratsbeschluss vom 11.07.2007 einem zweijährigen Monitoring unterzogen. Damit soll zum einen die Anpassung des Leitbildes an die aktuelle politische und rechtli­che Entwicklung als auch eine Überprüfung der Erfüllung seiner Zielvorgaben gewährleis­tet sein. Zum anderen soll das Monitoring dazu dienen, die im Energiekonzept enthaltenen Maßnahmen zu evaluieren, anzupassen und neue Projekte zu initiieren. Kurzberichte sind kurze Versionen eines Monitoringberichtes, um eine Kontinuität in der Erfassung der energierelevanten Daten gewähren zu können.

Monitoring 2013

Das dritte Monitoring fand im Jahr 2013 statt. Auf der Grundlage der energierele­vanten Daten der Stadt Jena von 2012 wurde der Bericht zur Umsetzung des Leitbildes und des Energie­konzeptes erstellt. Er zeigt den aktuellen Erfüllungsstand der Leitbildvor­gaben und auch die Prog­nosezahlen der Energie- und CO2-Entwicklung bis zum Jahr 2020 auf.

In Workshops zu den Themen „Gesamtenergieverbrauch in der Stadt Jena“, „Energiever­brauch in der kommunalen Verwaltung“ und „CO2-Emissionen im Verkehr“ wurden dieser Bericht disku­tiert und Ideen für neue Maßnahmen und Projekte zusammengetra­gen, die zur weiteren Energieein­sparung im öffentlichen und privaten Bereich in Jena führen sollen.

Kurzberichte zum Monitoring 2014 - 2017

Diese Berichte enthalten die Strom- und Wärmeenergieverbrauchsdaten der Stadt Jena, den Kraftstoffverbrauch der Stadtverwaltung, die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Stadtgebiet und eine abschließende CO2-Bilanz für die Jahre 2013 - 2016.

Im Bericht 2014 erfolgt zusätzlich eine Abschätzung zur Wärmebereitstellung durch nicht leitungsgebundene Energieträger. Für den Bericht 2015 lagen inzwischen die aktuellen Daten aus der SrV-Erhebung (System repräsentativer Verkehrsbefragung) von 2013 vor. Auf dieser Grundlage konnte eine Aussage zur Entwicklung der Verkehrsanteile und eine entsprechende Prognose bis 2020 getroffen werden.

Monitoring 2018

Aktuell wird ein umfangreicher Monitoringbericht auf Grundlage der energierelevanten Daten des Jahres 2017 erstellt. Ziel dieses Monitorings ist u. a. die Ermittlung der Energieverbräuche aus den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität sowie die daraus resultierenden CO2-Emissionen der Stadt Jena.

Klimaschutzkonzept

Der Stadtrat hat am 21.10.2015 ein integriertes Klimaschutzkonzept mit den Schwerpunktthemen der CO2- und Energieverbrauchsminderung auf Basis von Energieeinsparung, effizientem Energieeinsatz und der Nutzung erneuerbarer Energien für Jena beschlossen. Es enthält die Bausteine Bestandsanalyse, Potenzialanalye, eine Akteursbeteiligung, die Erstellung eines Maßnahmenkataloges, ein Controllingkonzept und ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit.

In der Bestandsanalyse für den Energieverbrauch, die CO2-Emissionen und die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien wurde auf die Daten der letzten Monitoringberichte der Stadt Jena von 2013 und 2014 zurückgegriffen. Auf dieser Grundlage werden die Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Potenziale im Bereich der Energieeffizienz und Energieeinsparung ermittelt, die technisch möglich sind und wirtschaftlich rechtlich als realisierbar angesehen werden. Verschiedene Szenarien verdeutlichen die Entwicklung in Abhängigkeit von der Potenzialausschöpfung.

Die Ergebnisse dieser Bestands- und Potenzialanalyse sind in Workshops und einer Online-Befragung diskutiert worden. Unter Einbeziehung verschiedener Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und unabhängigen Interessengruppen wurden Handlungsempfehlungen entwickelt, die das vorhandene Potenzial in Jena besser nutzen und damit die Treibhausgas-Emissionen senken sollen. Die wichtigsten dieser Energie- und Klimaschutzmaßnahmen sind in einem Maßnahmenkatalog beschrieben.

Für die jährliche Erfolgskontrolle ist ein Monitoringtool entwickelt worden, mit dem es möglich ist, für den Energieverbrauch, die CO2-Emissionen und die Erzeugung erneuerbarer Energien aktuelle Entwicklungen und deren Bewertung mit relativ geringem Aufwand vorzunehmen. Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wurde durch die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Dezernat klimaneutral

Es ist konsequent, wenn sich gerade das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt nun auch den Treibhausgas-Emissionen „im eigenen Haus“ stellt. Eine Vorbildwirkung wird hier nicht nur gegenüber dem Bürger erzielt, sondern auch gegenüber weiteren Verwaltungen in Jena und anderen Städten.

Das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) und die Agentur Nachhall greifen diese Bemühungen auf und entwickeln sie mit fachlicher Kompetenz weiter. Auf dem Gebiet der Quantifizierung von Treibhausgas-Emissionen (THG-Emission) verfügt ThINK über ein umfangreiches Fachwissen.

Umsetzung des Projektes

Zunächst erfolgte eine Recherche der verfügbaren Daten zu den Treibhausgas-Emissionen des Dezernates in den Bereichen Mobilität, Gebäude, Print und Beschaffung. Die Erhebung von Daten über das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter wird mittels eines Fragebogens durchgeführt.

Anschließend wird der THG-Rechner an die Erfordernisse der Bilanzierung einer Verwaltung und Berechnung des CO2-Fußabdrucks auf Basis von CO2-Äquivalenten entsprechend dem Prinzip der Lebenszyklusanalyse angepasst. Die Analyse, die Ergebnisse der Bilanzierung sowie konkrete Handlungsempfehlungen werden in einem aussagefähigen Bericht dargestellt.

Abschließend kann im Rahmen der Klimaneutralstellung die THG-Bilanz anhand regionaler Klimaschutz-Projekte erfolgen

Projektablauf

Das Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt hat dieses Projekt bereits zweimal durchgeführt. Einmal im Jahr 2014 und ein Mal im Jahr 2017.

Zu einem Auftakt-Workshop waren alle Mitarbeiter eingeladen, um Informationen über das Anliegen des Projektes zu erhalten. Das Konzept wurde durch ThINK und die Agentur Nachhall vorgestellt. Gleichzeitig wurde der Fragebogen zur Mobilität erläutert.

In einem zweiten Workshop erfolgte die Auswertung der Mobilitäts-Umfrage, erste Ergebnisse wurden vorgestellt und mögliche Handlungsempfehlungen diskutiert.

Die Handlungsempfehlungen entsprechen weitgehend den Empfehlungen aus der ersten Studie aus dem Jahr 2014. Die konsequente Weiterführung der begonnenen Maßnahmen, insbesondere im Bereich des Nutzerverhaltens, beinhalten die größten Potenziale für eine weitere Verringerung der Emissionen.

Klimaneutralstellung

Das Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt engagiert sich sehr stark im Bereich des Klimaschutzes und ist bereit, auch eine ökologische Verantwortung zu übernehmen. Hierzu bietet sich eine Klimaneutralstellung auf dem freiwilligen Kompensationsmarkt an. Dabei werden alle Emissionen, die die Verwaltung mit ihrer Tätigkeit emitiert, durch Baumpflanzungen ausgeglichen. 

Um die Gesamt-Emissionen von ca. 175 t CO2 klimaneutral zu stellen, sieht das Dezernat vor, sich an dem Baumpflanzprojekt "Deutscher Klimawald" zu beteiligen.

Weiterhin ist geplant, dass es zu einer Baumpflanzaktion im Bereich einer Kita im Stadtgebiet kommen wird. Ein möglicher Pflanzstandort wird durch das Ergebnis der Studie "Untersuchung der Hitzebelastung an Kindertagesstätten und Grundschulen in Jena" mit bestimmt.

Meine CO2-Bilanz

Jeder Einzelne kann tonnenweise CO2 vermeiden. Doch wie viele Tonnen CO2 stoßen Sie eigentlich mit Ihrem derzeitigen Lebensstil jährlich aus? Wo sind die Stellschrauben für einen möglichst klimaneutralen Lebensstil? Wie kann ich ganz konkret zum Schutz des Klimas beitragen?

Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes können Sie innerhalb weniger Minuten Ihren persönlichen CO2-Ausstoß für die Lebensbereiche Heizung & Strom, Mobilität, Ernährung und sonstigen Konsum ermitteln.

Standort

  1. Team Immissionsschutz
    Am Anger 26
    07743 Jena
    Team Immissionsschutz
    Am Anger 26
    07743 Jena

Downloads

Monitoringbericht 2013 (PDF, 597.73 KB)
Energiekurzbericht 2014 (PDF, 806.87 KB)
Energiekurzbericht 2015 (PDF, 466.29 KB)
Energiekurzbericht 2016 (PDF, 402.68 KB)
Energiekurzbericht 2017 (PDF, 653.95 KB)
Klimaschutzkonzept (PDF, 7.2 MB)

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