Kinder- & Jugend-Umweltpreis

Auslobung des 5. Jenaer Kinder- & Jugend-Umweltpreises

Gemeinsam mit den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck loben wir nun den 5. Kinder- & Jugend-Umweltpreis aus. In diesem Jahr wollen wir wissen: "Wer hat den Braunen Bären gesehen?"

Es gibt ihn tatsächlich – auch in Jena taucht er immer mal wieder auf, in den letzten Jahren z.B. im Wald auf der Wöllmisse, am Rande einer Viehweide bei Maua, auf den Wiesen in Löbstedt und sogar im Wohngebiet Winzerla wurde er schon gesehen!

Aber keine Angst – beim nächsten Waldspaziergang muss man sich nicht fürchten, ihm zu begegnen: der Braune Bär, von dem hier die Rede ist, ist ein Schmetterling. Und zwar ein ganz besonderer: mit bis zu 8 cm Flügelspannweite gehört er zu den größten einheimischen Nachtfaltern. Und zu den schönsten: ein so freches und gleichzeitig harmonisches Muster aus Rot, Blau, Braun, Weiß und Schwarz findet man bei fast keinem anderen europäischen Schmetterling, außer bei seinen nächsten Verwandten, den so genannten Bärenspinnern.

Schmetterling: Brauner Bär © Pezibear / pixabay.com

 

Ihren Namen haben diese übrigens nach ihren dicht und pelzig behaarten Raupen bekommen. Beim Braunen Bär können auch die Raupen über 6 cm lang werden und haben vor allem eins im Sinn: fressen, fressen, fressen. Dabei sind sie nicht wählerisch: neben einer breiten Palette krautiger Pflanzen verschmäht sie auch Brom-, Himbeere und Salweide nicht. Besonders schmecken ihnen Löwenzahnblätter.

Raupe: Brauner Bär © Jutta Ploessner / pixabay.com

Die Raupen – welche wie die „richtigen“ Bären Winterschlaf halten - können recht flott laufen und sind bis Ende Mai / Anfang Juni zu finden. Danach verpuppen sie sich in einem Kokon. Die Falter fliegen im Juli und August aus und sind erst spät in der Nacht aktiv. Deshalb werden sie tagsüber auch selten und dann nur zufällig gefunden. Der fertig entwickelte Braune Bär kann übrigens keine Nahrung zu sich nehmen – er hat verkümmerte Mundwerkzeuge. Daher leben die Falter nur ca. eine Woche und in dieser Zeit erfolgen Paarung und Eiablage. Ein einziges Weibchen kann im Laufe seines kurzen Lebens weit über 1.000 Eier legen! Auch bezüglich seines Lebensraumes ist er nicht besonders anspruchsvoll: ganz nach Bärenmanier mag er es vor allem eines – unordentlich!

Eigentlich hat der Braune Bär also das Zeug zum Erfolgstypen: anspruchslos bei der Nahrungswahl, wenig wählerisch bei der Wahl des Lebensraumes und überdies extrem vermehrungsfreudig. Und tatsächlich: in fast allen Büchern über Schmetterlinge, die vor der Jahrtausendwende geschrieben wurden kann man lesen, dass er überall verbreitet und häufig ist. Heute hingegen gehört es zu den seltenen Ereignissen, den Braunen Bären zu finden. Selbst erfahrene Schmetterlingsexperten, die noch vor 10 – 20 Jahren beim Fang von Nachtfaltern an speziellen Lampen nicht selten 20 oder mehr Braune Bären pro Nacht zu Gesicht bekamen, sind heute froh, wenn sie einen oder zwei Falter in der ganzen Saison sehen. Und immer öfter bleibt er auch ganz weg – so lautet die düstere Vorhersage in einigen Bundesländern bereits, dass der Braune Bär dem Aussterben entgegen geht.

Der Rückgang der Insektenarten und ihrer Bestände ist erschreckend und eine Bedrohung für das gesamte Ökosystem. Aber wie kann der Insektenrückgang gestoppt werden?

Der Braune Bär steht stellvertretend für viele Insektenarten, die vor gar nicht allzu langer Zeit noch überall häufig zu finden waren, heute aber selten und stark bedroht sind.

Was könnt Ihr tun, zum Beispiel auf dem Schulhof oder im (Schul-)Garten?

Lasst ganz bewusst eine Ecke „verwildern“, am besten eine bisher kurz geschorene Rasenfläche, um den Vorher-Nachher-Effekt deutlicher zu sehen und besser zu verstehen. Die Fläche muss gar nicht groß sein, wenige Quadratmeter reichen, um vielen Insekten ein Quartier zu bieten. Aufgewertet werden kann eine solche Wildnis-Ecke zusätzlich durch Stein- und Reisighaufen oder ein Insektenhotel.

Dokumentiert, wie sich „Eure“ Wildnis entwickelt: welche Pflanzen siedeln sich an und wann blühen sie? Welche Insekten könnt ihr finden? Welche davon fressen an Blättern, welche saugen an Stängeln und welche besuchen Blüten? Und es gibt noch viel mehr Fragen, die ihr Euch stellen könnt und versuchen, sie zu beantworten! Denkt auch daran: räumt im Winter nicht wieder auf – Insektenschutz funktioniert nur, wenn er das ganze Jahr über betrieben wird! Stellt Euch auch die Frage: warum werden viele Insekten immer seltener und was könnten Politik, Wirtschaft und jeder Einzelne tun, um dem entgegenzuwirken?

Unterstützung

Die Mitarbeiter vom Fachdienst Umweltschutz unterstützen Euch gern bei Eurem Projekt – durch Anregungen, Hilfe bei der Bestimmung der gefundenen Insekten, und vielleicht auch einmal mit einem Nachtfang! Und mal sehen: vielleicht taucht ja auch irgendwo der Braune Bär auf.

Bewerbt euch mit eurer Aktion zum Thema Insekten oder Euren Beobachtungen um den Kinder- & Jugend-Umweltpreis 2022!

Die Bewerbung erfolgt formlos mit einer Darstellung des durchgeführten Projek­tes oder der Aktivität.

Benötigt werden dabei folgende Angaben:

  • kurze Projektbeschreibung,
  • Anzahl der Beteiligten,
  • Alter der Kinder oder Klassenstufe,
  • vollständige Anschrift des Bewerbers sowie mindestens ein Ansprechpartner für Rückfragen.

Richtet Eure Bewerbung am besten per E-Mail an

umweltschutz@jena.de

oder schriftlich an die

Stadtverwaltung Jena
Fachdienst Umweltschutz
Am Anger 26
07743 Jena

Einsendeschluss ist der 20.06.2022.

Teilnehmer/-innen

Teilnehmen können alle Jenaer Kinder und Jugendlichen in Kindergärten, Schulen oder Vereinen. Es können sowohl Einzelarbeiten als auch Gruppenarbeiten eingereicht werden.

Preis

Der Jenaer Kinder- & Jugend-Umweltpreis umfasst eine Gesamtsumme von 2.500,- Euro und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Gestiftet wird der Preis von der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH und der Stadt Jena.

Weniger ist mehr – So vermeiden wir Abfall

Unter dem Motto Weniger ist mehr – So vermeiden wir Abfall waren wir 2021 an Aktivitäten zur Abfallvermeidung in Jena interessiert.

Bewerbungen von Kindergärten, Schulen und einem Verein

Insgesamt lagen der Jury elf tolle Bewerbungen vor. Die Jury entschied, dass alle von den Bewerbern eingereichten Projekte preiswürdig sind. So wurden neben dem 1. und 2. Preis noch je zwei Anerkennungs- und zwei Sonderpreise sowie Sachpreise vergeben. Die Sachpreise wurden in diesem Jahr vom Kommunalservice Jena beigesteuert.

  • Als Gewinner erhielt die Stammgruppe Spanien (Jahrgangsstufe 4 – 6) der Freien Ganztagsschule Leonardo ein Preisgeld von 800 Euro. Die Beteiligten überzeugten die Jury mit ihrem 4-Wochen-Projekt zum Thema Abfallvermeidung, in dessen Rahmen unter anderem ein Escape Room entwickelt wurde.
  • Platz 2 mit 500 Euro ging an die Klasse 2d der Nordschule mit ihrem Projekt „Müllfreies Frühstück“. Sie hatten sich zur Aufgabe gemacht, sieben Wochen lang zuFrühstück keinen Abfall mehr zu produzieren und haben Alternativen aufgezeigt.
  • Zwei Anerkennungspreise mit je 300 Euro erhielten die Kita Weltentdecker mit ihrem Projekt „Nichts verschwenden – wiederverwenden!“ und die Kita Kurz & Klein, die sich auf bestem Weg zu einer „Kunststoffarme Kindertagesstätte“ befindet.
  • Schließlich wurden noch die Gemeinschaftsschule Wenigenjena und der HBV Jena 90 e. V. mit je 300 Euro belohnt: sie hatten in diesem Jahr groß angelegte Müllsammelaktionen organisiert.
  • Als Sachpreise gingen Bollerwagen an die Kita Kinderbude und die Kita Jona & Joni, je 10 Greifzangen und Westen an die Kita Fantasia und die Kita Glühwürmchen und einen Gärtnerei-Gutschein erhielt der Gewinner aus dem letzten Jahr: die Freie Ganztagsgrundschule SteinMalEins.

An dieser Stelle möchten wir allen Bewerbern für ihr Engagement herzlich danken!

Die Preisverleihung fand am 21.07.2021 beim Gewinner statt.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Kinder- & Jugend-Umweltpreis 2020 nicht wie üblich im Mai zu "Dein Tag im Paradies" vergeben werden. Stattdessen fand die Preisverleihung am 21.09.2020 beim Gewinner des Hauptpreises statt.

Der Hauptpreis geht in diesem Jahr an die „Tigeraugen-Stammgruppe“ der Freien Ganztagsgrundschule SteinMalEins. Diese hatte die Jury mit ihrem vielschichtigen „Children for future“ – Projekt überzeugt. Mit monatlich wechselnden Aktionen und mehreren Projekttagen zum Thema Klimaschutz waren die Grundschüler besonders aktiv. So wurde beim „Tipp des Monats“ allerhand ausprobiert, z.B. Schokocreme ohne Palmöl hergestellt und auf ihre Initiative hin das Klasse Klima-Projekt der BUNDjugend auf Grundschüler angepasst.

Platz zwei teilen sich die Integrative Kita Kindervilla mit ihrem Projekt „Einfälle statt Abfälle“ und der Kindergarten Sprachkiste mit ihrem „Auf den Spuren der Solarenergie“-Projekt.

Die beiden dritten Plätze gehen an die ökologisch ausgerichtete Kita Kinderbude und die Klasse 3c (mittlerweile Klasse 4c) der Südschule mit ihrem Projekt „Plastikmüll in unserer Umwelt“.

Vielen Dank für die tollen Projekte und herzlichen Glückwunsch!

Artenvielfalt - Was können wir dafür tun?

Unter dem Motto "Artenvielfalt - Was können wir dafür tun?" waren wir 2019 an Aktivitäten zur Artenvielfalt in Jena interessiert.

Die Ehrung der Preisträger fand im Rahmen des Festes "Dein Tag im Paradies" am 25.05.2019 statt.

Viele schöne Projekte von Kindergärten, Schulen und Vereinen

Insgesamt lagen der Jury 13 Bewerbungen vor. Alle Bewerber hätten eine Prämierung verdient, die Auswahl der Gewinner fiel entsprechend schwer. Neben fünf Umweltpreisen wurden zusätzlich ein Anerkennungspreis und ein Sonderpreis vergeben.

Die Kita Jona & Joni erhielt für ihr Projekt "Distelfalter aufziehen" 500 Euro. Die Kindergartenkinder konnten die Entwicklungsstufen der Falter hautnah miterleben und haben sich mit Fragen zu den Lebensbedingungen von Insekten auseinandergesetzt. Um den Schmetterlingen in der Freiheit etwas Gutes zu tun, gestalteten die Kinder den Gartenbereich neu. Weitere Umgestaltungen sollen folgen.

Ebenfalls 500 Euro erhielt der Waldkindergarten Wogau für das Projekt "Es summt und brummt in Wogau". Die Kinder des Kindergartens haben sich intensiv mit dem Thema Insekten beschäftigt und sich theoretisch wie praktisch mit den Fragen "Was brauchen Insekten zum Leben?", "Wovon ernähren sie sich?" und "Welche unterschiedlichen Bedürfnisse haben sie?" auseinandergesetzt. Die gewonnenen Kenntnisse sollen in einem zweiten Schritt dazu führen, einen "Insektenhotel-Prototyp" zu bauen und 50 Einwohner des Ortes davon zu überzeugen, ihn nachzubauen. Viel Erfolg dabei!

Die Klasse 4b der Nordschule bekam 500 Euro für ihr außerordentliches Engagement zum Schutz von Tieren und Pflanzen. In ihrer Freizeit bauten die Schüler Insektenhotels, die nun im geräumigen Schulgarten für vielerlei Wildbienen Unterkunft bieten. Zudem wurde ein ganzes Beet in ein Nektarparadies umgewandelt. Mit dem Preisgeld möchten die Kinder weitere Umweltprojekte starten. Wir sind gespannt!

Der Jugend-Umwelt-Club Jena e. V. engagiert sich mit seinem insektenfreundlichen Garten schon seit vielen Jahren für mehr Artenvielfalt. Eine Kindergruppe trifft sich 14-tägig und kümmert sich um den Garten. Mit den 500 Euro Preisgeld soll u. a. das vorhandene Insektenhotel erneuert werden.

Der Kleingartenverein "Am Jenzig" e. V. wandelte 2017 Rasenfläche in einen Naturgarten um: mit Igelburg, Eidechsenhaufen, Insektenhotel und Wildblumenwiese. Interessierte Kinder treffen sich einmal im Monat, um die Natur aktiv zu schützen und sich um den Naturgarten zu kümmern. In Zukunft sollen Insektenhotels, Vogelhäuser und Futterstationen für die Vereinsmitglieder gebaut werden. Dafür stehen nun 500 Euro Preisgeld zur Verfügung.

Einen Anerkennungspreis in Höhe von 100 Euro erhielt Stefanie Gehrke der Montessorischule Jena mit dem Projekt "Natur als Quelle - schützen und nutzen". Die Jury honoriert insbesondere ihr aufwändig vorbereitetes Interview, in dem sie den Projektablauf erklärt. Die insektenreiche Blumenwiese kann neben dem Eingangsbereich der Schule bewundert werden.

Der Sonderpreis ging an den Show-Ballett Formel I e. V. Die Kinder der Tanzgruppe setzten sich intensiv mit dem Thema "Verschmutzung der Meere" auseinander und möchten mit dem Tanzprojekt "Haiko der Haifisch" viele Menschen zum Nachdenken anregen. Für neue Kostüme können nun 500 Euro Preisgeld verwendet werden.

Ein besonderer Dank gilt auch den Bewerbern, die in diesem Jahr nicht zu den Preisträgern gehörten, sich aber auch engagiert für mehr Artenvielfalt eingesetzt haben und immer noch tun:

  • Sielmanns Naturranger
  • Kindergarten Sportforum
  • Kita Pi mal Daumen (Querwege e. V.)
  • Kita Kinderbude
  • Kita BiLLY (Querwege e. V.)
  • Kita Janusz Korczak