Klimaanpassungsstrategie

JenKAS - Die Jenaer Klimaanpassungsstrategie

Die Stadt Jena beschäftigt sich seit geraumer Zeit intensiv mit Klimaschutz. In zunehmendem Maße wird jedoch deutlich, dass die Minderung von Treibhausgasemissionen zur Minimierung des Klimawandels nicht ausreichen wird und Strategien zur Anpassung an den globalen Klimawandel auch auf regionaler und lokaler Ebene ergriffen werden müssen.

Aufbauend auf einer Vorstudie wurde Jena 2009 als eine von bundesweit neun Modellkommunen innerhalb des ExWoSt-Forschungsprogramms ausgewählt, am Forschungsfeld "Urbane Strategien zum Klimawandel – Kommunale Strategien und Potenziale" teilzunehmen. Ziel ist die Entwicklung einer gesamtstädtischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel.

Projekt

Das Projekt „JenKAS – Jenaer Klima-Anpassungs-Strategie“ umspannt einen Zeitrahmen vom Dezember 2009 bis September 2012. Es hatte zum Ziel, aufbauend auf einer Vorstudie von 2009, eine Verbesserung der Datengrundlagen für die Umsetzung einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Entscheidungsunterstützung für alle Akteure mittels fachübergreifendem Decision Support System zu verwirklichen.

Projektziele

  • Einbeziehung der Klimawandelauswirkungen in die Stadtentwicklung und Erarbeitung einer lokalen Anpassungsstrategie an den Klimawandel
  • Verbesserung der Datengrundlagen für die Umsetzung einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung zur Nutzung fachlicher Entscheidungs- und Bemessungsgrundlagen
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Bereitstellung von Informationen über die Wirkfolgen des Klimawandels und mögliche Handlungsoptionen
  • Nutzbarmachung der Informationen und Daten zum Klimawandel sowie der Anpassungsoptionen durch ein Datenbankwerkzeug zur kommunalen Entscheidungsunterstützung sowie ein „Handbuch einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung“

Akteure

  • Stadt Jena
  • Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) als lokale Forschungsassistenz
  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR)
  • Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG)
  • Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ)
  • BPW baumgart+partner und plan+risk consult als Bundesforschungsassistenz

Prozess

Der Arbeitsablauf zur Erreichung der Projektziele gliederte sich in zahlreiche Einzelschritte die sequentiell, teilweise auch parallel, in Arbeitsblöcken durchgeführt wurden. Dies waren:

Schritt Inhalt
Schritt A Analyse der Mess- und Modellierungsdaten und Dokumentation in einem lokalen Klimawandel-Gutachten
Schritt B Bewertung und Dokumentation der lokalen Auswirkungen von Klimawandel in den einzelnen Handlungsfeldern
Schritt C Entwicklung von räumlich konkreten Anpassungsmaßnahmen unter Verwendung eines Entscheidungsunterstützungswerkzeugs
Schritt D Akteursbezogene, kooperative Netzwerkbildung durch Workshops und internetbasiertes Informationsportal
Schritt E Öffentlichkeitsarbeit mittels Veranstaltungen, Vorträgen, Veröffentlichungen

Gleichzeitig arbeitete der Deutsche Wetterdienst parallel an der Umsetzung der Kooperationsinhalte, deren Ergebnisse in der letzten Projektphase mit den bisher gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt wurden.

  • Aufbau und Betrieb von drei temporären Klimamessstationen, inkl. eines SODAR-Messgerätes
  • Mehrere Profilmessfahrten bei autochthonen Wetterlagen
  • Simulationen mit dem Kaltluftmodell KLAM_21 und dem Stadtklimamodell MUKLIMO_3
  • Abschließender Untersuchungsbericht

Weitere Informationen zum Arbeitsablauf finden Sie auf der JenKAS-Webseite unter Links.

 

Ergebnisse

Am Ende des JenKAS-Projektes stehen eine Reihe von Ergebnissen, die die Stadtverwaltung Jena und andere betroffene Akteure befähigen soll, die lokalen Auswirkungen des Klimawandels abzuschätzen und in ihre Planungen einzubeziehen. Dies sind:

  • Kartenwerk: Im Laufe des Projektes wurden zahlreiche Fachkarten erstellt. Sie enthalten räumlich differenzierte Aussagen zu den Klimawirkfolgen im Stadtgebiet, zur Gefährdung durch städtische Überwärmung, sommerliche Trockenheit, Hochwasser/Starkniederschläge und Erosion. Darauf aufbauend entstanden eine Risiko-Konflikt-Karte und eine Planungshinweiskarte, die die Ergebnisse für Planer vertiefend darstellt. Des weiteren wurden stadtklimatologische Inhalte in einer Klimatopkarte und einer Klimafunktionskarte aufbereitet.
  • DWD-Expertise: Der DWD führte im Laufe des Projektes lokalklimatische Modellierungen mit dem Kaltluftmodell KLAM_21 und dem Stadtklimamodell MUKLIMO_3 sowie eine parallel stattfindende Geländemesskampagne durch.
  • JELKA: Das für die Stadt Jena konzipierte lokale Entscheidungsunterstützungswerkzeug JELKA, bildet die für Jena relevanten Anpassungsmaßnahmen ab, die aus verschiedenen Werkzeugen und Datenbanken zusammengetragen wurden.
  • Handlungskatalog: Ausgehend vom Entscheidungsunterstützungswerkzeug JELKA wurden für die drei Ebenen Klimawirkfolge, Handlungsfeld und Ortsteil Handlungsempfehlungen abgeleitet, die im jeweiligen Kontext mögliche bzw. empfehlenswerte Anpassungsoptionen enthalten.
  • Handbuch: Alle vorgenannten Teilergebnisse sind letztlich in das „Handbuch einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung“ für Jena eingeflossen.
  • Webseite: Die zentrale Anlaufstelle für alle interessierten Bürger und Akteure bildet die Internetseite. Auf ihr sind Informationen zum Projekt, wissenschaftliche Hintergründe, Arbeitsschritte zur Erreichung der gesetzten Ziele und die erarbeiteten Ergebnisse dokumentiert.

Standort

  1. Team Grundlagen der Stadtentwicklung
    Am Anger 26
    07743 Jena
    Team Grundlagen der Stadtentwicklung
    Am Anger 26
    07743 Jena