Jena handelt fair

Die Stadt Jena präsentiert sich als eine internationale und weltoffene Stadt. Es gibt viele von unten gewachsene Initiativen, die sich mit fairen Themen beschäftigen und eine hervorragende Arbeit leisten. Gemeinsam mit den Akteuren des Forums Faires Jena richtet die Stadt Jena ihren Schwerpunkt auf den Ausbau der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit.

Dazu gehört im Kern die Förderung des Fairen Handels, lokaler entwicklungspolitisch orientierter Bildungsaktivitäten und die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Städtepartnerschaften im globalen Süden. Hier sei besonders die Städtepartnerschaft zu San Marcos in Nicaragua erwähnt.

Wandelkarte für Jena - der alternative Wegweiser für nachhaltigen Konsum

Nachhaltiger Konsum heißt nicht nur, bewusst zu konsumieren, sondern auch, manchmal nicht zu konsumieren und anstelle dessen zu reparieren, tauschen oder verschenken. In diesem Sinne haben die WinD-Gruppe Thüringen und der Eine Welt Netzwerk Thüringen e. V. Wandelkarten für die Städte Erfurt, Weimar und Jena erstellt. In Jena wurden 45 AkteurInnen eingetragen, die nach den fünf Kategorien: bio, regional, fair, vegan und nachhaltiges Wirtschaften geordnet wurden. Die AutorInnen betonen, dass es viele Wege zu einem verantwortungsbewussten und nachhaltigen Konsum geben kann. Daher verstehen sie diese Stadtkarten nicht als vollständig, sondern als ständig erweiter- und erneuerbar. Jeder Mensch hat eigene Mittel und Wege nachhaltig zu konsumieren.

Die Wandelkarte für Jena ist unter Downloads zu finden. Weitere Informationen erhalten Sie unter Wandelkarten.

Jena hat eine eigene Stadtschokolade - die "Jenaer Paradies-Tafel"

Die offizielle Einweihung für Jenas Stadtschokolade fand am 04.11.2016 in der Jenaplan-Schule statt. Dort wurde diese fair gehandelte Schokolade von Frau Schneider, der Filialleiterin des CONTIGO Fairtrade Shops in Jena, vorgestellt.

Die Idee einer Stadtschokolade, die bereits in anderen Städten von der CONTIGO-Gruppe verwirklicht wurde, wollten die Mitarbeiter ebenfalls in Jena realisieren. Aber in Jena sollte es etwas Besonderes werden. Deshalb wandte sich Frau Schneider an die Jenaplan-Schule. Dort fand sie bei Frau Schreiber offene Ohren für den Vorschlag, das Layout der Schokoladenbanderole von Schülern entwerfen zu lassen. Es gab ein Problem: der Zeitrahmen dafür war durch die Herbstferien und das Vorweihnachtsgeschäft knapp bemessen. Die Schüler nahmen die Aufgabe und Herausforderung mit viel Engagement an und setzten die Arbeit auch in der Freizeit fort. So entstanden einmalige Entwürfe mit tollen Ideen. Es war fast unvorstellbar, sich nur für eine Vorlage entscheiden zu müssen.

Außer denen der Jury wurden auch Stimmen von Eltern und Schülern gesammelt. Die Auszählung brachte dann den 1. Platz für Floris Hansberg. Sie lässt ihr Bild leben, wie sie ihre Heimatstadt empfindet – jung, lebendig, lebensfroh und mit einem Erholung bringenden wunderschönen Paradiespark. Das hat Floris überzeugend für die Jenaer Paradies-Tafel in Szene gesetzt.

Hergestellt wird die Jenaer Paradies-Tafel in der österreichischen Schokoladen-Manufaktur Zotter, die für Jena eine eigene Kreation entwickelt hat.
Eines ist ersichtlich geworden, der Gedanke des Fairen Handels ist in Jena lebendig und bekommt dazu noch einen guten Geschmack. Die Idee einer süßen Visitenkarte wurde gelungen umgesetzt und unterstützt gleichzeitig den Fairen Handel.

Fashion Protest Jena

Wer macht meine Mode? Was macht meine Mode mit mir? Müssen wir jede Mode mitmachen? Wo wird meine Kleidung hergestellt und welche Arbeitsbedingungen herrschen dort?

Das Eine-Welt-Netzwerk Thüringen e. V., die Agentur Nachhall und "Jena handelt fair" versuchen bei verschiedenen Veranstaltungen diesen Fragen mit Vorträgen, Filmen und Diskussionen zu begegnen.

Im Rahmen der Interkulturellen und der Fairen Woche finden am 23.09.2016 ein Kinotag ab 20:00 Uhr im Kino am Markt mit dem Dokumentarfilm "The True Cost" und am 27.09.2016 um 19:30 Uhr in der Ernst-Abbe-Bücherei eine Autorinnenleseung mit Gisela Burckhardt zum Thema "Todschick-Edle Labels, billige Mode-unmenschlich produziert" statt (weitere Infos sind unter Links zu finden).

Im vergangenen Jahr fand zu Beginn der 4-monatigen Aktion "Fashion Protest Jena" von Januar bis April, am 19.01.2015 im Haus auf der Mauer ein thematischer Einstieg zum Thema "Textil global" statt. Inhaltlich folgte nach einem Input von UNICEF Jena zum Thema Kinderrechte und Kinderarbeit in der Textilindustrie ein Vortrag von Anke Günther (FemNet e. V.) zum Thema Sumangali. Interaktive Elemente und eine anregende Diskussion rundeten die Veranstaltung ab.

Die größte Aktion war jedoch die "Klamottenkur", die dabei helfen soll, den persönlichen Gewohnheits-Über-Konsum von Bekleidung zu reflektieren und zu reduzieren. Die Empfehlung von "modeprotest" zu dieser Reduktions-Übung lautet: 50 Kleidungsstücke der eigenen Garderobe heraus suchen und den Rest für knapp 7 Wochen weg packen. Dabei soll ein Bewusstsein für den eigenen Bedarf geschaffen werden.

Fordern wir uns heraus: Können wir uns dem Modediktat nach täglich wechselnden Outfits widersetzen?

Am 05.02.2015 gab es um 16:00 Uhr die Startaktion zur "Klamottenkur" im "Nähcafé - Kombinat für textiles Recycling" (Kassablanca Gleis 1). Nach einer kleinen Einführung zum Thema Kleiderkonsum hatten die Teilnehmer genügend Zeit, sich über den Kleidungs-Überkonsum und Minimalismus auszutauschen. 

Am 09.03.2015 fand im EWNT eine Zwischenauswertung der "Klamottenkur" statt. Anschließend konnten die Teilnehmer einen Dokumentarfilm sehen, der die schlimmen Produktionsbedingungen in Asien aufzeigte.

Am 14.03.2015 wurde der Damen-Flohmarkt im SOBAEXA Coworking am Carl-Zeiß-Platz 3 durchgeführt.

Als bewegender Abschluss fand am 24.04.2015 anlässlich des internationalen Fashion Revolution Days ein Flashmob auf dem Holzmarkt statt.

Im Rahmen der "Fashion Revolution Week 2019" hat das Eine Welt Netzwerk Thüringen mit seinen Partnern wieder eine interessante Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt (siehe nebenstehender Link). Eine Woche lang wird mit unterschiedlichen Aktionen, Angeboten und Formaten die Aufmerksamkeit auf die Situation der Menschenrechte und Bedingungen in der globalen Textilbranche gelenkt.

 

 

Arbeitskreis "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen

Die Stadt Jena arbeitet in diesem Arbeitskreis aktiv mit. Ziel ist die Etablierung einer „Thüringer Beschaffungsallianz“ mit dem Ergebnis, den Anteil fair und nachhaltig produzierter Waren in der öffentlichen Beschaffung in Thüringen zu erhöhen.

Aufbauend auf einer abgestimmten Strategie werden kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsziele verfolgt, die auf die Verbesserung des Bewusstseins und des Kenntnisstandes zur fairen und nachhaltigen Beschaffung in Landesbehörden, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft abzielen. Die öffentliche Beschaffung hat durch Marktmacht und Vorbildfunktion eine entscheidende Stellung bei der Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffungspraxis.

Um diesen Zielen näher zu kommen, fand am 02.07.2014 der 2. Fachtag „Faire und nachhaltige Beschaffung“ für Thüringen im Jenaer Volkshaus statt.

Rückblick: 2. Fachtag „Faire und nachhaltige Beschaffung“

Als Veranstalter traten neben der Stadt Jena das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen, die Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ mbH und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/ Engagement Global GmbH auf.

Denis Peisker, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena, ging in seiner Eröffnungsrede auf einige fair und nachhaltige Beispiele ein, die bereits in Jena umgesetzt werden. So wird seit Jahren schon Ökostrom eingekauft, der für die städtischen Verwaltungsgebäude, den Betrieb der Straßenbahn und der Straßenbeleuchtung genutzt wird. Ein ganz aktuelles Projekt im Jahr der Fußball-WM sind die 250 fairtrade zertifizierten Fußbälle, die direkt beim Produzenten in Pakistan (keine Kinderarbeit, keine gesundheitsgefährdenden Stoffe) beschafft wurden und an Kindergärten und Schulen verteilt werden.

Volker Kurz vom Thüringer Wirtschaftsministerium kündigte an, dass neue Vergaberichtlinien es den Kommunen künftig erleichtern werden, nachhaltig zu arbeiten. Bei der Auswahl des wirtschaftlichsten Angebotes werden stärker die Lebenszykluskosten betrachtet werden.

In der sich anschließenden Paneldiskussion, die von Grit Hasselmann / Radio Lotte aus Weimar moderiert wurde, ging es um den Qualitätscheck der Nachhaltigkeitsstandards, die strukturelle Innovation im Ausschreibungs- und Beschaffungsprozess und die Wünsche und Realitäten für die Kommunen.

Herr Dr. Ferdinand Schuster von der KPMG stellte die im Jahr 2013 durchgeführte Studie zum Stand der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung vor. Es wurde aufgezeigt, dass sich die kommunale Beschaffung im Umbruch befindet.

Auch am Nachmittag boten in den Workshops Experten Informationen und Hilfen zur Handhabung einer nachhaltigen Beschaffung von Arbeitskleidung und Büromaterial an.

Umrahmt wurde dieser Tag von einem gelungenen bio-fairen Catering von Menüett, der Schloss Tonndorf eG.

Der Arbeitskreis „Faire und nachhaltige Beschaffung“ in Thüringen rückte mit diesem Fachtag die Thematik einer fairen und nachhaltigen Beschaffung erneut in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Dieser Tag zeigte, dass es noch viel zu tun gibt in den öffentlichen Verwaltungen. An dieser Thematik muss weiter gearbeitet werden, um gemeinsam Schritte formulieren zu können mit dem Ziel einer nachhaltigeren Beschaffungspraxis.

Nachhaltiges Hausaufgabenheft "Möhrchenheft"

Beginnend mit dem Schuljahr 2014/15 wurde in den Städten Erfurt, Weimar und Jena ein gemeinsames Nachhaltiges Hausaufgabenheft (Möhrchenheft) für alle Grundschüler kostenlos angeboten. In Jena konnten 3700 Hefte an die Schulen verteilt werden, die es verwenden wollten.

Die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Kindern, ihren Eltern, Lehrerinnen, Lehrern und Fachleuten zeigen, dass das "Möhrchenheft" 2014/15 gut angenommen wurde. Es ist gelungen, das Bildungsangebot für nachhaltige Entwicklung im Grundschulbereich zu erweitern.

In den nächsten fünf Jahren soll für jedes Schuljahr eine aktualisierte Auflage entstehen.

Kindgerecht aufbereitete Themengebiete in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Fairer Handel sollen informieren, sensibilisieren und begeistern. Die Kinder können diese Themen mit ihrem Schulalltag verbinden und dort oder zu Hause aufgreifen. Das Maskottchen "Kiki Karotte" führt durch das Heft.

Im Juni 2014 erhielt das Heft den Klimaschutz-Preis der Klimaschutzstiftung Jena-Thüringen. Auch auf Bundesebene hat das Projekt bereits Interesse geweckt. Als beispielhaftes Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung hat es 2015 das "Werkstatt N Qualitätssiegel" erhalten, das für ausgezeichnete Nachhaltigkeitsinitiativen steht. Das Qualitätssiegel wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung vergeben.    

Für das Schuljahr 2015/16 wurde eine weitere Auflage realisiert, diesmal mit dem Schwerpunkt "Fairer Handel".
An der dritten Auflage zum Thema "Energie und Klima", die für das Schuljahr 2016/17 erarbeitet wurde, beteiligten sich neben den Städten Erfurt, Jena und Weimar auch der Ilm-Kreis sowie die Stadt und der Landkreis Nordhausen. Damit erreicht das Möhrchenheft immer mehr Grundschulen in Thüringen.

Für das Schuljahr 2017/18 konnte nunmehr die vierte Auflage zum Thema "Biodiversität" realisiert werden. Neben den bereits beteiligten Städten und Landkreisen nahmen auch die Stadt und der Landkreis Gotha teil. Hinzu kommen auch interessierte Lehrer und Eltern aus anderen Orten, die das Heft bei Bekannten gesehen haben und es unbedingt haben möchten.

Für das Schuljahr 2018/19 wird es wieder eine Auflage zum "Fairen Handel" geben.

Das Möhrchenheft wurde für den Publikumspreis 2017 des Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreises (ZeitzeicheN-Preis) nominiert und hat auch eine eigene Webseite erhalten.

Standort

  1. Team Grundlagen der Stadtentwicklung
    Am Anger 26
    07743 Jena
    Team Grundlagen der Stadtentwicklung
    Am Anger 26
    07743 Jena

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