Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien nutzen die natürlichen Energieströme der Erde. Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie und Biomasse sind nicht nur klimafreundlich, sondern auch nahezu unbegrenzt vorhanden. Die Stadt Jena weist ein breites Anlagenspektrum an umwelt- und klimafreundlicher Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen auf. Laut dem Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) stieg in Jena im Zeitraum zwischen 2008 und 2017 die Elektroenergiebereitstellung durch erneuerbare Energien um über 40 %.

Photovoltaik und Solarthermie

Die direkte Nutzung der solaren Strahlungsenergie erfolgt in Jena einerseits durch Photovoltaik (PV)-Anlagen und andererseits durch solarthermische Anlagen. Im Jahr 2017 wurden in der Stadt Jena 39 PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von 959 kWp neu errichtet werden. Die gesamte installierte Leistung an PV-Anlagen beträgt 10.554 kW. In 2017 konnte in Jena somit ausschließlich mittels Photovoltaik eine elektrische Arbeit von ca. 7.800 MWh verrichtet und eingespeist werden (ThINK 2019).

Im August 2013 ging die erste PV-Freiflächenanlage Jenas ans Netz. Auf der ehemaligen Hausmülldeponie Ilmnitz wurden auf einer Baufläche von 32.990 m² 8360 polykristalline Module mit einer Peakleistung von ca. 2,14 MW installiert.

Das Kartenportal der Stadt Jena bietet die Möglichkeit, sich in der Kartenebene "Photovoltaik" das sogenannte Solarkataster anzeigen zu lassen. Das Solarkataster ermittelt die grundsätzliche Eignung von Gebäuden des Stadtgebietes Jenas für die Nutzung von Sonnenenergie. Zudem können Informationen wie die Größe der Dachfläche, die Dachneigung, die theoretisch installierbare Modulleistung und den daraus erzielbaren Stromertrag abgerufen werden.

Mit dem Solarrechner Thüringen hingegen können Sie nahezu jedes Gebäude, aber auch Freiflächen im Freistaat auf die Solartauglichkeit prüfen. Neben der Wirtschaftlichkeitsberechnung erlaubt Ihnen der Solarrechner die Auswahl von Finanzierungsmöglichkeiten und die Suche entsprechender Handwerker zur Installation der Anlage. Im Ergebnis erhalten Sie eine Übersicht mit den jährlich Erträgen, der Amortisationszeit, der CO2-Einsparung, den Eigenverbrauch und Autarkieanteil sowie den Gewinn nach 20 Jahren.

Biogas, Klärgas und sonstige Bioenergie

In Jena werden zwei größere Bio- bzw. Klärgasanlagen betrieben, welche sich beide auf dem Gelände der Zentralkläranlage Jena-Zwätzen befinden.

Die Biogasanlage, betrieben durch die Biogas Jena GmbH & Co. KG, erzeugte im Jahr 2017 11.200 MWh Strom sowie 10.700 MWh Wärme im Jahr. Damit können etwa 11.000 Einwohner mit Strom und 1000 Wohnungen mit Wärme versorgt werden.

Die Klärgasanlage wird durch den Zweckverband JenaWasser betrieben. Bei der Vergärung des Klärschlammes der Zentralkläranlage Jena-Zwätzen wird Klärgas freigesetzt und in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme gewandelt. Die erzeugte Elektroenergie dient wiederum der vollständigen Eigenversorgung der Kläranlage. Das Projekt "Energieautarke Kläranlage Jena", gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, konnte die Energieautarkie im November 2014 erreichen. Die energieautarke Kläranlage wurde mit dem Förderpreis des Bundesumweltministeriums für „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ ausgezeichnet und mit Fördermitteln in Höhe von 600.000 € unterstützt.

Wasserkraft

Die Erzeugung elektrischer Energie durch Wasserkraft wird in Jena derzeit an drei größeren Laufwasserkraftwerken genutzt. Diese Anlagen erzeugen zwischen 8.135 Mwh (2012) und 10.505 Mwh (2013). Es ist davon auszugehen, dass diese Differenzen auf die unterschiedlichen Wasserführungen der Saale zurückzuführen sind.

In naher Zukunft ist nicht mit einem nennenswerten Ausbau der Wasserkraft zu rechnen, da bereits jetzt die maximal zulässigen Stau- und Ausleitungsstrecken des Gewässers ausgereizt bzw. überschritten sind.

Geothermie

Im Stadtgebiet von Jena wird die oberflächennahe Geothermie genutzt. Es werden vorzugsweise Erdwärmesonden- als auch Erdwärmekollektoranlagen betrieben, die die gespeicherte Energie des anstehenden Untergrundes verwenden.

Bei ausreichendem Grundwasserdargebot kommen auch Grundwasserwärmepumpen zum Einsatz, wobei dem Grundwasser die gespeicherte Energie entzogen wird. Sollte auf Grund der geologischen Verhältnisse keine der 3 oberflächennahen Geothermiearten zum Einsatz kommen können, stellt die Luft-Wärmepumpe eine weitere ökologische Alternative dar.

Standort

  1. Team Immissionsschutz
    Am Anger 26
    07743 Jena
    Team Immissionsschutz
    Am Anger 26
    07743 Jena

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